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Lumi, dein Freund in dieser Geschichte.

NACHTMONSTER · ZWEITE REIHE · CA. 5–8 MINUTEN

Lumi und das laute Leise

Eine Geschichte mit Heidi und Lumi.

Heidi wollte heute das leiseste Zimmer der Welt haben.

Sie hatte ihre Bausteine weggeräumt. Das Buch war zugeklappt. Sogar der Reißverschluss ihres Schlafanzugs war schon ganz oben, damit er später nicht mehr ratschen musste.

Lumi saß auf seinem kleinen Kissen neben dem Bett.

„Ich kann sehr leise sitzen“, sagte das Nachtmonster.

Heidi nickte zufrieden.

Papa stellte das Wasserglas auf den Nachttisch.

Klick.

Heidi schaute ihn an.

„Das war schon ein Geräusch.“

„Stimmt“, sagte Papa leise. „Jetzt steht es.“

Er gab ihr einen Kuss und ließ die Tür einen Spalt offen.

Heidi schloss die Augen.

Lumi saß leise.

Das Zimmer wartete.

Tick.

Tick.

Heidi öffnete die Augen wieder.

Auf dem Regal stand die kleine Uhr, die sonst neben ihren Bilderbüchern kaum auffiel.

Heute klang sie, als würde jemand mit einem winzigen Hammer arbeiten.

„Die Uhr ist zu laut.“

Lumi lauschte.

„Sie macht immer dasselbe.“

„Genau.“

Heidi rief Papa. Er kam zurück und stellte die Uhr für diese Nacht in den Flur.

„So besser?“

Heidi nickte.

Papa ging wieder hinaus.

Nun war es fast vollkommen still.

Dann fuhr draußen ein Auto vorbei.

Wusch.

Heidi zog die Decke bis zur Nase.

Lumi sah zum Fenster.

„Das ist schon weitergefahren.“

„Aber gleich kommt vielleicht noch eins.“

Sie warteten.

Kein Auto kam.

Dafür gluckerte irgendwo ein Rohr.

Lumi legte eine Pfote auf sein Kissen.

Heidi setzte sich auf.

„Das Zimmer kann überhaupt nicht richtig leise sein.“

Sie hatte sich so darauf gefreut. Heute wollte sie einfach die Augen zumachen und schlafen. Stattdessen hörte sie plötzlich Dinge, die ihr vorher nie aufgefallen waren.

Lumi schob sein Kissen ein Stück näher ans Bett.

„Möchtest du erzählen, welches Geräusch dich am meisten stört?“

Heidi wusste es nicht.

Eigentlich störte sie gerade, dass sie auf jedes nächste Geräusch wartete.

Lumi wartete mit ihr.

Dann kam ein sehr seltsamer Laut.

Grummm.

Beide sahen zur Tür.

Grummm.

Heidis Augen wurden groß.

Lumi sah nach unten.

„Oh.“

Es legte beide Pfoten auf den Bauch mit dem goldenen Mond.

„Das war ich.“

Heidi blinzelte.

„Du knurrst?“

„Mein Bauch. Er erinnert mich an mein Brot.“

Heidi begann zu lachen. Erst nur ein bisschen. Dann so sehr, dass Papa noch einmal hereinschaute.

„Was ist denn hier los?“

„Lumi ist lauter als mein Zimmer.“

Papa setzte sich auf die Bettkante. Heidi erzählte von der Uhr, dem Auto und dem Rohr.

„Und jetzt höre ich die ganze Zeit hin“, sagte sie.

Papa nickte.

„Wir können Dinge leiser machen. Aber ein Haus ist selten ganz ohne Geräusche.“

Lumi zog sein Kissen zurecht.

Raschel.

Heidi zeigte darauf.

„Deins auch.“

„Leider ein sehr gesprächiges Kissen“, sagte Lumi.

Papa lächelte.

„Wollen wir für einen Moment schauen, welche Geräusche wir schon kennen?“

Heidi nickte.

Sie hörten einen Schritt im Flur. Mama ging ins Wohnzimmer.

Sie hörten das leise Knacken des Sessels, als Papa sich daraufsetzte.

Dann raschelte Heidis eigene Decke, als sie die Füße ausstreckte.

Nicht jedes Geräusch kam von irgendwo weit weg.

Manche machten sie selbst.

Lumi hob sein Kissen langsam an und legte es wieder hin.

Es raschelte noch einmal.

Diesmal kam Heidi der Laut klein vor.

Papa blieb im Sessel. Er erzählte leise von einem Spatz, den er am Morgen auf dem Balkon gesehen hatte. Der Vogel hatte so getan, als gehöre ihm der ganze Blumentopf.

Heidi hörte zu.

Draußen fuhr wieder ein Auto vorbei.

Sie bemerkte es. Dann hörte sie weiter zu, weil sie wissen wollte, was der Spatz mit dem trockenen Blatt gemacht hatte.

Lumi saß neben dem Bett und hielt sein Kissen fest.

Sein Bauch blieb diesmal still.


Später lag Heidi auf der Seite.

Das Zimmer war nicht das leiseste Zimmer der Welt geworden.

Im Flur tickte die Uhr. Ganz entfernt hörte man sie noch.

Papa war wieder nebenan. Durch den Türspalt fiel ein schmaler Lichtstreifen.

„Lumi?“, flüsterte Heidi.

„Ja?“

„Du darfst dein Kissen bewegen.“

Das Nachtmonster lehnte sich vorsichtig zurück.

Raschel.

Heidi lächelte mit geschlossenen Augen.

Sie hörte noch eine Weile die vertrauten Geräusche. Manche mochten sie und manche nicht besonders.

Aber sie musste sie nicht mehr alle einzeln bewachen.

Lumi gähnte.

Dann wurde es ruhig genug.

Schön, dass du dabei warst.
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