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Fina, dein Freund in dieser Geschichte.

GEFÜHLSMONSTER · ZWEITE REIHE · CA. 5–8 MINUTEN

Fina und der leere Schaukelplatz

Eine Geschichte mit Monika und Fina.

Monika hatte zwei Plätze auf der Schaukelbank freigehalten.

Einen für sich. Einen für ihre Freundin, die heute zu Besuch kommen wollte.

Auf jedem Platz lag ein kleines Kissen. Dazwischen stand eine Dose mit Kreide. Später wollten sie auf dem Weg ein riesiges Schloss malen.

Monika hatte schon entschieden, wo die Zugbrücke hinkommen sollte.

Fina saß auf der untersten Gartenstufe und sortierte die Kreidestücke.

„Dieses Rosa ist fast wie mein Bauch“, sagte das Gefühlsmonster.

Monika schaute zum Gartentor.

Noch niemand da.

Dann kam Mama aus dem Haus.

Sie setzte sich neben Monika.

„Der Besuch klappt heute leider nicht. Deine Freundin ist krank geworden und bleibt zu Hause.“

Monika sagte erst nichts.

Sie sah auf das zweite Kissen.

Alles war schon vorbereitet.

„Aber wir wollten doch das Schloss malen.“

Mama nickte.

„Ich weiß.“

„Und schaukeln.“

„Ja.“

Monika schob die Kreidedose ein Stück von sich weg.

Plötzlich wollte sie gar kein Schloss mehr.

Mama blieb noch einen Moment bei ihr. Dann ging sie hinein, um das Telefon zurückzulegen.

Fina schaute zur Bank hoch.

„Soll ich zu dir kommen?“

Monika zog die Knie an.

„Vielleicht.“

Fina setzte sich auf die andere Seite der Bank, mit etwas Abstand zum leeren Kissen.

Die Schaukel bewegte sich kaum.

Eine Biene flog durch den Lavendel. Auf dem Nachbardach landete ein Vogel.

Monika schaute nicht hin.

„Ich habe mich den ganzen Morgen gefreut.“

Fina nickte.

„Das Kissen war schon ganz früh draußen.“

Monika fuhr mit dem Finger über den Bezug.

Sie war traurig. Und ein bisschen wütend, obwohl sie wusste, dass ihre Freundin nichts dafürkonnte.

Das machte es nicht einfacher.

Fina nahm ein Kreidestück aus der Dose.

„Wir könnten vielleicht—“

Es hielt inne.

Monika schaute weiter auf das Kissen.

Fina legte die Kreide wieder zurück.

„Erst mal sitzen?“, fragte es.

Monika nickte.

Also saßen sie.

Nach einer Weile fing Monika an, mit der Schuhspitze über den Boden zu streichen. Die Bank schaukelte langsam vor und zurück.

Fina bewegte sich mit.

„Wenn ich jetzt mit dir male“, sagte Monika, „ist das dann gemein?“

Fina überlegte.

„Weil deine Freundin nicht dabei ist?“

Monika nickte.

Mama kam mit Wasser zurück. Monika stellte ihr dieselbe Frage.

Mama setzte sich auf die Stufe.

„Du darfst heute trotzdem etwas Schönes machen. Und du darfst sie dabei vermissen.“

Monika dachte darüber nach.

Das klang erst ein bisschen seltsam. Schön und traurig gleichzeitig passten in ihrem Kopf nicht gut nebeneinander.

Aber Fina saß da, und sie war froh darüber.

Das zweite Kissen war trotzdem leer.

Vielleicht passte es also doch.

Monika nahm die Kreidedose auf den Schoß.

„Das Schloss will ich aufheben.“

„Gut“, sagte Fina.

„Aber wir könnten etwas anderes malen.“

Sie stiegen von der Bank. Auf dem Weg war noch alles frei.

Fina zog einen kleinen rosa Kreis.

Monika malte einen blauen daneben.

Dann einen gelben Strich dazwischen.

„Was ist das?“, fragte Fina.

Monika wusste es noch nicht.

Sie malte um den blauen Kreis fünf große Blütenblätter.

Aus dem rosa Kreis wurde eine zweite Blume.

Fina fügte ein grünes Blatt hinzu.

Langsam entstand ein Garten aus Kreide.

Monika griff nach Weiß, doch das Stück zerbrach in ihrer Hand.

Sie starrte darauf.

Einen Augenblick lang fühlte es sich an, als würde nun auch noch der Rest des Tages kaputtgehen.

Fina blieb neben ihr.

„Das war heute schon viel“, sagte es leise.

Monika atmete aus. Sie legte die beiden Hälften auf den Boden.

Mama kam näher, ohne sofort etwas zu reparieren.

Nach einer Weile nahm Monika eine Hälfte wieder auf.

Die Kante malte noch genauso weiß.

Sie setzte kleine Punkte zwischen die Blumen.

Fina benutzte die andere Hälfte.

Nun hatte jede eine eigene kleine Wolke aus Punkten.


Als sie fertig waren, holte Mama Papier und Stifte.

Monika malte eine der Kreideblumen ab. Darunter schrieb sie mit Mamas Hilfe einen Gruß für ihre Freundin.

Den wollte sie ihr beim nächsten Treffen geben.

Das Schloss musste heute nicht entstehen.

Später saßen Monika und Fina wieder auf der Schaukelbank. Das zweite Kissen lag nun zwischen ihnen.

Monika legte eine Hand darauf.

„Ich vermisse sie immer noch.“

Fina nickte.

„Und die Blumen sind schön geworden“, sagte Monika.

„Ja.“

Die Bank bewegte sich langsam.

Vor ihnen lag der bunte Weg. Dahinter der Garten, der auch an einem anderen Tag noch da sein würde.

Monika lehnte sich zurück.

Für beide Gefühle war auf der Bank genug Platz.

Schön, dass du dabei warst.
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